MPG-Ausgründung Batene erhält 6 Millionen Euro für nächste Entwicklungsphase
Finanzierung durch die Unternehmen der Schwarz Gruppe und SPRIND ermöglicht industrielle Validierung ressourcenschonender Batterietechnologie aus der Max-Planck-Gesellschaft (MPG)
Auf den Punkt gebracht:
- 6 Millionen Euro Finanzierung: Unternehmen der Schwarz Gruppe und SPRIND unterstützen die MPG-Ausgründung Batene bei der nächsten Entwicklungsphase ihrer Batterietechnologie.
- Industrielle Validierung startet: Gemeinsam mit Batterieherstellern und OEMs soll ein Proof of Concept für leistungsfähigere und ressourcenschonendere Batteriezellen erbracht werden.
- Neue Stromkollektor-Architektur: Das am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung entwickelte 3D-Metall-Vlies ermöglicht effizientere, kostengünstigere und umweltfreundlichere Batteriezellen.
Vor dem Hintergrund eines wachsenden Bedarfs an Batteriespeichern, unter anderem für die Elektromobilität, gewinnt die Weiterentwicklung effizienter und ressourcenschonender Produktionskonzepte zunehmend an Bedeutung. Die technologische Grundlage von Batene adressiert diese Probleme an einer entscheidenden Stelle der Batteriezelle – dem Stromkollektor. Entwickelt wurde das neuartige, dreidimensionale Metall-Vlies ursprünglich am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung. Die besondere Architektur des Vlieses ermöglicht eine deutlich bessere Stromverteilung und Materialausnutzung als konventionelle Metallfolien. Damit schafft die Technologie die Voraussetzung für leistungsfähigere, kostengünstigere und zugleich ressourcenschonendere Batteriezellen.
„Der Stromkollektor ist eine strukturelle Stellschraube der Batteriezelle, die bislang kaum neu gedacht wurde. Mit unseren 3D-Elektroden realisieren wir eine neue Architektur der Elektroden, bei denen sich der Leistungssprung aus der gegenseitigen Durchdringung des Stromsammlers mit dem Speichermaterial ergibt. Mit der industriellen Validierung treten wir nun den Beweis an, dass dieser Ansatz auch unter realen Produktionsbedingungen trägt“, kommentiert Prof. Dr. Joachim Spatz, Gründer der Batene GmbH und Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung.
Finanzierung ermöglicht industrielle Validierung
Die nun abgeschlossene Finanzierung in Höhe von rund 6 Millionen Euro ermöglicht es, den nächsten Entwicklungsschritt konsequent umzusetzen. Mit den Mitteln finanziert die Batene GmbH ein industrielles Validierungsprojekt und treibt die externe technische Prüfung der Technologie gemeinsam mit Industriepartnern voran. Geplant ist unter anderem die gemeinsame Entwicklung und Testung von Batteriezellen. Dabei werden unterschiedliche Zellchemien und Materialsysteme untersucht, darunter Lithium-Eisenphosphat- (LFP) sowie Nickel-Mangan-Cobalt- (NMC)-Zellen. Auf diese Weise soll die breite technologische und industrielle Einsetzbarkeit der Batene-Technologie nachgewiesen werden. Ziel ist es, bis Ende 2026 zentrale Meilensteine zu erreichen und die Validierung bis Mitte 2027 abzuschließen. Die Finanzierung ermöglicht damit den Übergang von der erfolgreichen Laborentwicklung zur belastbaren industriellen Erprobung. Auf dieser Basis soll die Technologie weltweit Industriepartnern zugänglich gemacht und die Grundlage für eine anschließende Skalierung im industriellen Maßstab gelegt werden.
Bereits in der Frühphase wurde die Technologie von der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) als Sprunginnovation eingestuft und mit einem Gründungszuschuss gefördert.
„Der Aufbau einer wettbewerbsfähigen europäischen Batterieproduktion erfordert mehr als Kapazität. Wer nur aufholt, bleibt abhängig. Europa braucht Sprunginnovationen, die eigene technologische Standards setzen – und die Industrie herausfordern, neu zu denken. Batene macht genau das!“, erläutert Rafael Laguna de la Vera, Direktor der SPRIND.
Effizientere Batteriezellen durch neue Kollektorarchitektur
Technologisch unterscheidet sich der Ansatz von Batene grundlegend von konventionellen Batteriekonzepten. Das neuartige, dreidimensionale Metall-Vlies ersetzt die bislang eingesetzten Metallfolien aus Kupfer oder Aluminium und wird mit dem jeweiligen Aktivmaterial von Anode und Kathode befüllt. Dadurch verbessert sich die elektrische Leitfähigkeit innerhalb der Elektrode ebenso wie die mechanische Anbindung der Aktivmaterialien. In Kombination mit trockenen Beschichtungsverfahren, die im Rahmen der Validierung ebenfalls umfassend getestet werden, kann zudem auf toxische Lösungsmittel und PFAS-haltige Bindemittel verzichtet werden, deren Verwendung in naher Zukunft in der EU eingeschränkt werden dürfte. Insgesamt ermöglicht die Technologie eine schnellere, energieärmere und potenziell um 30 Prozent kostengünstigere Zellproduktion, bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit.
„Die Finanzierung ermöglicht es uns, unsere Technologie erstmals umfassend unter realistischen industriellen Bedingungen zu validieren“, sagt Christian Böhm, Geschäftsführer der Batene GmbH. „Gemeinsam mit Industriepartnern wollen wir zeigen, dass sich leistungsfähigere Batteriezellen mit deutlich geringerem Ressourceneinsatz herstellen lassen.“
Begleitet wurde die Ausgründung Batene durch die Max-Planck-Innovation GmbH, die Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft. Max-Planck-Innovation verantwortete die Patentierung der zugrunde liegenden Technologie, lizenzierte die Schutzrechte an das Start-up und unterstützte den Ausgründungsprozess von der frühen Konzeptphase über die Unternehmensgründung bis hin zu den laufenden Finanzierungen. Ziel der Max-Planck-Innovation GmbH ist es, Forschungsergebnisse aus den Max-Planck-Instituten systematisch in wirtschaftliche und gesellschaftliche Anwendung zu überführen.
„Die erfolgreiche Finanzierung ist ein wichtiger Meilenstein für Batene und bestätigt das große Interesse an der Technologie aus der Industrie und von Investoren“, sagt Dr. Florian Kirschenhofer, Senior Start-up Manager bei der Max-Planck-Innovation GmbH. „Wir freuen uns sehr, dass mit den Unternehmen der Schwarz Gruppeein langfristig orientierter Partner gewonnen werden konnte, der den weiteren Transfer der Technologie in die industrielle Anwendung unterstützt.“
Über die Batene GmbH
Die Batene GmbH entstand 2022 aus der Forschung der Max-Planck-Gesellschaft mit dem Ziel, Materialeinsatz, Produktionsprozesse und Kostenstrukturen in der Batteriezellfertigung grundlegend neu zu denken. Das Unternehmen entwickelt dazu das Batene Fleece, eine neuartige Architektur für Stromkollektoren in Batteriezellen. 2024 erhielt Batene für diesen Ansatz den Max-Planck-Gründungspreis des Stifterverbandes. Zu den Gesellschaftern zählen unter anderem die Max-Planck-Innovation GmbH, Ocean Zero LLC sowie Christer von der Burg.
www.batenetec.com
Über die Schwarz Gruppe
Die Schwarz Gruppe ist eine international führende Handelsgruppe mit rund 14.200 Filialen und rund 595.000 Mitarbeitern. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschafteten die Unternehmen der Schwarz Gruppe einen Gesamtumsatz von 175,4 Milliarden Euro. Mit ihrem einzigartigen Ökosystem decken sie den gesamten Wertschöpfungskreis ab: von der Produktion über den Handel bis hin zu Recycling und Digitalisierung. Sie schaffen Lösungen, die das Leben heute und in Zukunft nachhaltiger, gesünder und sicherer machen – sie handeln voraus.
Lidl und Kaufland bilden die Säulen im Lebensmitteleinzelhandel und sind ein fester Bestandteil im Alltag von Kunden in 32 Ländern. Viele Eigenmarkenprodukte und nachhaltige Verpackungen kommen direkt von der Schwarz Produktion. Der Umweltdienstleister PreZero fördert mit seinem Wertstoffmanagement eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und investiert so in eine saubere Zukunft. Schwarz Digits bietet als IT- und Digitalsparte überzeugende digitale Produkte und Services an, die den hohen deutschen Datenschutzstandards entsprechen und garantiert so größtmögliche digitale Souveränität. Als partnerschaftliche Dienstleister unterstützen Schwarz Corporate Solutions die Unternehmen der Schwarz Gruppe bei allen Themen über Verwaltung, Personal bis hin zu operativen Tätigkeiten.
https://gruppe.schwarz
Über SPRIND – Bundesagentur für Sprunginnovationen
Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) wurde 2019 gegründet und hat den gesetzlichen Auftrag, Sprunginnovationen in Deutschland zu identifizieren und zu fördern – also Innovationen, die das Potenzial haben, bestehende Märkte grundlegend zu verändern oder neue zu schaffen. SPRIND arbeitet unabhängig von kurzfristigen Verwertungsinteressen und unterstützt Gründerinnen und Gründer in frühen, risikoreichen Phasen. www.sprind.org
Weitere Informationen unter www.sprind.org
Über das MPI für medizinische Forschung
Am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung arbeiten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus der Physik, der Chemie und der Biologie, um Erkenntnisse zu gewinnen, die langfristig für die Medizin wichtig sein können. Zentrales Thema sind die immens komplexen Wechselwirkungen zwischen Makromolekülen in der lebenden Zelle - egal ob gesund oder krankhaft. Sie zu beobachten und zu manipulieren, steht dabei im Mittelpunkt. Dazu tragen die derzeit vier Abteilungen am Institut mit ihrer komplementären Expertise bei: Sie widmen sich der optischen Mikroskopie mit Nanometerauflösung, dem Design chemischer Reportermoleküle, der Bestimmung der atomaren Struktur von Makromolekülen und der zellulären Materialwissenschaft und Biophysik.
Weiter Informationen: www.mr.mpg.de/de
Über Max-Planck-Innovation
Als Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft ist Max-Planck-Innovation das Bindeglied zwischen Industrie und Grundlagenforschung. Mit unserem interdisziplinären Team beraten und unterstützen wir die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Max-Planck-Institute bei der Bewertung von Erfindungen, der Anmeldung von Patenten sowie der Gründung von Unternehmen. Der Industrie bieten wir einen zentralen Zugang zu den Innovationen der Max-Planck-Institute. Damit erfüllen wir eine wichtige Aufgabe: Den Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung in wirtschaftlich und gesellschaftlich nützliche Produkte.
www.max-planck-innovation.de
Marketing & Öffentlichkeitsarbeit
Markus Berninger
Diplom-Kaufmann
Telefon: 089 / 29 09 19-30
E-Mail:
berninger@max-planck-innovation.de
