Max-Planck-Innovation präsentiert vier wegweisende Technologien auf der BioVaria 2026


Max-Planck-Erfindungen eröffnen neue Möglichkeiten für Industriekooperationen und die Überführung in reale Anwendungen

Auf der BioVaria werden die Technologien von der Max-Planck-Innovation GmbH gemeinsam mit den Erfinderinnen und Erfindern präsentiert und bieten potenziellen Partnern Möglichkeiten zur Lizenzierung und Zusammenarbeit.

Auf der diesjährigen BioVaria wird die Max-Planck-Innovation GmbH vier vielversprechende Technologien aus Instituten der Max-Planck-Gesellschaft präsentieren. Die Innovationen decken zentrale Bereiche der Lebenswissenschaften ab und reichen von neuartigen Ansätzen für RNA-Therapeutika und RNA-basierte Krebstherapien bis hin zu fortschrittlichen Einzelzell-Sequenzierungstechnologien und nicht-invasiven Verfahren zur Lungenfunktionsdiagnostik. Gemeinsam mit den Erfinderinnen und Erfindern wird Max Planck Innovation diese Technologien potenziellen Industriepartnern und Investoren vorstellen, um Kooperationen zu fördern, die Spitzenforschung in praktische Anwendungen überführen.

Alle von Max-Planck-Innovation auf der BioVaria präsentierten Technologien sind durch Patente geschützt und für Lizenzierungen sowie Industriekooperationen verfügbar.

Optische Lungenfunktionsmessung durch nicht-invasive Erfassung der Brustkorbbewegung

Forschende des Max-Planck-Instituts für Multidisziplinäre Naturwissenschaften und der Universitätsmedizin Göttingen haben ein nicht-invasives optisches Verfahren zur Messung der Lungenfunktion entwickelt, das ohne physischen Kontakt und ohne aktive Mitarbeit der Patientinnen und Patienten auskommt. Die Technologie erfasst die Brustkorbbewegung mittels strukturierter Lichtprojektion und Stereo-Bildgebung und ermöglicht so eine präzise Analyse von Atemmustern – sowohl bei Tieren als auch bei Patientinnen und Patienten, die keine konventionellen Lungenfunktionstests durchführen können, wie etwa Säuglinge oder Intensivpatienten. Das System liefert hochauflösende Daten zur Atemdynamik und könnte das Monitoring sowohl in der präklinischen Forschung als auch im klinischen Umfeld verbessern. Ein funktionsfähiger Prototyp wurde bereits entwickelt und in Tiermodellen

Entwicklung von RNA-Therapeutika durch Konjugation von NAD-gekappten RNAs mit Proteinen

Forschende am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und an der Philipps-Universität Marburg haben einen neuartigen Ansatz zur Herstellung von RNA-Protein-Konjugaten für RNA-Therapeutika der nächsten Generation entwickelt. Die Technologie ermöglicht die enzymatische Verknüpfung von NAD-gekappten RNAs mit spezifischen Zielproteinen und erzeugt so Biomoleküle mit verbesserter Stabilität, Funktionalität und Potenzial für eine gezielte zelluläre Verabreichung. Diese Plattform könnte die Entwicklung innovativer RNA-basierter Impfstoffe und Therapeutika sowie Strategien für ein präzises Genome Engineering unterstützen. Die Technologie wurde bislang auf Proof-of-Concept-Niveau in vitro demonstriert und steht derzeit für die weitere Entwicklung sowie für Kooperationen mit Industriepartnern zur Verfügung.

RNA-bindende niedermolekulare Verbindungen mit starrem Grundgerüst (R-Score)

Forschende am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie und an der TU Dortmund haben einen neuen Ansatz zur Entwicklung RNA-bindender niedermolekularer Wirkstoffe auf Basis eines starren Grundgerüsts (R-Score) entwickelt. Dieses Gerüst ermöglicht die Anbindung funktioneller Gruppen, die Bindungseffizienz und Selektivität erhöhen, und erlaubt so die rationale Entwicklung von Verbindungen, die auf onkogene Mikro-RNAs wie miR-21 und miR-17 abzielen, die unter anderem bei Lungen- und Brustkrebs eine Rolle spielen. Durch die gezielte Adressierung von RNA-Zielstrukturen, die mit konventionellen Ansätzen schwer zugänglich sind, eröffnet die Plattform neue Wege für RNA-basierte Therapeutika. Erste R-Score-Moleküle wurden bereits synthetisiert, biochemisch hinsichtlich ihrer RNA-Bindungsaffinität charakterisiert und in Krebszellmodellen auf ihre Fähigkeit getestet, zelluläre Veränderungen auszulösen.

RiboSTS – Ribosomen-Signaturen mittels Hochdurchsatz-Einzelzellsequenzierung

Die Technologie RiboSTS, entwickelt am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik gemeinsam mit der Universität Konstanz, ermöglicht die Hochdurchsatz-Einzelzellsequenzierung sowohl ribosomaler RNA als auch von Messenger-RNA. Dadurch können Forschende die Regulation von Ribosomen sowie die zelluläre Heterogenität auf Einzelzellebene untersuchen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die Identifizierung von Biomarkern und die Erforschung von Krankheiten, insbesondere in den Bereichen Krebs und virale Infektionen. Die Technologie wurde in Proof-of-Concept-Studien validiert und steht derzeit für Lizenzierungen sowie für die weitere Entwicklung mit Industriepartnern zur Verfügung.


Vernetzung von Max-Planck-Innovationen mit Industriepartnern

Auf der BioVaria werden die Technologien von der Max-Planck-Innovation GmbH gemeinsam mit den Erfinderinnen und Erfindern präsentiert und bieten potenziellen Partnern Möglichkeiten zur Lizenzierung und Zusammenarbeit. Max Planck Innovation ist zusammen mit dem Lead Discovery Center Hauptpartner der BioVaria und wird auf der Veranstaltung mit einem gemeinsamen Stand vertreten sein. „Die BioVaria ist eine hervorragende Plattform, um wegweisende Entdeckungen aus der Max-Planck-Forschung mit Industriepartnern und Investoren zu vernetzen“, sagt Dr. Ingrid Kapser-Fischer, Teamleiterin des Translation Teams bei Max-Planck-Innovation GmbH. „Die Technologien, die wir in diesem Jahr präsentieren, zeigen eindrucksvoll das große Potenzial der Grundlagenforschung, innovative Lösungen für Medizin und Lebenswissenschaften hervorzubringen.“ Das Team freut sich darauf, Partner und Besucher am gemeinsamen Stand zu begrüßen und neue Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen.


Kontakt

Marketing & Communications Manager

Markus Berninger

Diplom-Kaufmann

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