Technologietransfer

Ausgründung: 1. Preis für hochempfindliches Lecksuchverfahren der „Lambda Leak Testing“

Wissenschaftler aus dem Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) wurden für die Entwicklung des „Ultra-Schnüffler-Testgas-Verfahrens“ mit dem 1. Preis im VentureCup Mecklenburg-Vorpommern prämiert. Das um Robert Brockmann entwickelte Verfahren wird nun in einem Ausgründungsunternehmen mit dem Namen Lambda Leak Testing vermarktet.

Wendelstein 7-X im Modell (Foto: IPP)

Das patentierte Verfahren basiert auf dem Effekt des partiellen Vakuums und wurde entwickelt, um die Dichtheit von Bauteilen der Fusionsforschungsanlage Wendelstein 7-X zu prüfen. Wendelstein 7-X ist ein experimenteller Fusionsreaktor am Teilinstitut Greifswald, der bis 2014 fertiggestellt werden soll. Der in Stellarator-Bauweise konzipierte Reaktor wird dann der weltweit größte Fusionsreaktor dieser Art sein. Ziel der Forschungen ist es, Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen zu gewinnen. 70 große supraleitende, mit flüssigem Helium gekühlte Magnetspulen sind das Herz der Anlage. Diese sind von einem wärmeisolierenden Vakuumgefäß umschlossen, weil ihre Temperatur während des Betriebs nahe dem absoluten Nullpunkt liegt. Da dieses Vakuumgefäß sowie die Kühlleitungen in seinem Inneren absolut dicht sein müssen, machte man sich auf die Suche nach einem geeigneten Verfahren zur Lecksuche. Bestehende Verfahren entsprachen jedoch nicht den hohen Anforderungen und so entwickelte man am Institut das „Ultra-Schnüffler-Testgas-Verfahren“. Die Bauteile können nun bei höchster Nachweisempfindlichkeit auf ihre Dichtheit überprüft werden - schneller, sicherer und einfacher als mit anderen Verfahren. Selbst kleinste, bisher nur schwer oder gar nicht nachweisbare Lecks lassen sich so feststellen und sogar lokalisieren.

Die Sieger des VentureCup (von links): Robert Brockmann, Johannes Peter Kallmeyer, Mirko Marquardt und Mentor Dr. Hans-Stephan Bosch (Foto: Dr. Wolfgang Schielke)

Das technisch herausragende Verfahren soll jedoch künftig nicht nur im Rahmen des Großexperiments Wendelstein 7-X eingesetzt werden. Es gibt in vielen Bereichen große Nachfrage nach schnellen und zuverlässigen Verfahren zur Dichtheitsprüfung. So wurde die Firma Lambda Leak Testing gegründet, welche die neue Technologie nun vermarkten wird. Die Innovation ist insbesondere interessant für Getränkeverpackungs- und Arzneimittelhersteller, für die Chemische Industrie, Kraftwerksbetreiber sowie Anlagenbauer.

Dass die Erfindung des neuen Lecksuch-Verfahrens großes wirtschaftliches Potential aufweist, unterstreicht der 1. Preis des VentureCup, der jedes Jahr Wissenschaftler dazu aufruft, innovative Forschungsideen, die Gründungspotential besitzen, einzureichen. Der Preis des größten Ideenwettbewerbs in Deutschland ist mit 20.000 Euro dotiert und wurde dem IPP-Team in der Kategorie „Gründerteam“ am Freitag, den 07. Mai in Rostock überreicht.

Zurück zur Übersichtsseite