Technologie-Transfer

Lizenzdeal: Max-Planck-Innovation vereinbart einen exklusiven, weltweiten Lizenzvertrag mit der Baader Planetarium GmbH über die Vermarktung des Échelle-Spektrografen BACHES

Max-Planck-Innovation, die Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft, gibt die Unterzeichnung einer exklusiven, weltweiten Lizenzvereinbarung mit Baader Planetarium GmbH bekannt. Auf der Grundlage dieses Arrangements kann Baader Planetarium einen kostengünstigen, leichtgewichtigen Échelle-Spektrografen herstellen und vermarkten, der sich für die Beobachtung von hellen Objekten mit Teleskopen von bis zu 50 cm (20“) Durchmesser eignet.
Der „engineering prototype“ ist im Rahmen einer Meßkampagne an einem 1-m Teleskop des La-Silla-Observatoriums der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile erfolgreich erprobt worden. Der Spektrograf hat ein Auflösungsvermögen von bis zu 20.000 (das ist das Verhältnis λ/Δλ, wobei Δλ die geringste Differenz zwischen zwei Wellenlängen ist, die sich bei einer Wellenlänge λ unterscheiden lassen) in einem Spektralbereich zwischen 390 nm und 800 nm (in einem davon wählbaren Ausschnitt von 300 nm). Das Instrument erfüllt die zunehmende Nachfrage von Amateurastronomen, die die Spektren von Planeten, Sternen, Kometen und hellen Objekten erfassen wollen. Dieser Échelle-Spektrograf ist am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching von Dr. Vadim Burwitz in enger Zusammenarbeit mit Dr. Gerardo Avila, Carlos Guirao und Jesus Rodriguez von der ESO in Garching entwickelt worden. Die in dieser Gruppe überwiegend vertretenen spanischen Namen sind auch die Erklärung für das gewählte Akronym BACHES, dem spanischen Wort für „Schlagloch”, das für „BAsic éCHElle Spectrograph“ steht.

Kommerzieller Prototyp des Échelle-Spektrografen BACHES (rechts am Teleskop montiert).

Mit dieser Vereinbarung konnte Max-Planck-Innovation bereits zum zweiten Mal einen Lizenzvertrag mit Baader Planetarium unterzeichnen. 2006 hatte Baader Planetarium die Vermarktung des etwas einfacheren und preiswerteren Spaltspektrografen DADOS (spanisch für „Würfel”) mit einer spektralen Auflösung von bis zu 500 bzw. 3000 (mit dem niedrig- bzw. hochauflösenden Reflexionsgitter) in einem Bereich zwischen 350 nm und 900 nm übernommen. Mit diesem Produkt richtete sich Baader Planetarium speziell an den „Spektrografenmarkt” für Amateurastronomen und naturwissenschaftliche Lehrausrüstung. Schnell entwickelte sich DADOS zu einer Erfolgsgeschichte und bereitete so den Markt für den technisch ausgefeilteren Spektrografen der zweiten Generation vor: BACHES.
Der erste kommerzielle Prototyp von BACHES wurde von Dr. Burwitz im Mai auf der Astronomiemesse ATT 2009 in Essen im Rahmen einer Spektroskopie-Vortragsreihe vorgestellt. Die begeisterten Zuhörer konnten sich am Ende des Vortrags selbst von der Leistungsfähigkeit des BACHES überzeugen, indem sie das spektral hochaufgelöste Sonnenspektrum selbst direkt mit dem Auge betrachten konnten.

Zur Zeit evaluieren Max-Planck-Innovation und Baader Planetarium auch die Möglichkeit, diesen preisgünstigen Spektrografen in Spektrometern für chemische Analysen zu verwenden. Dadurch könnte sich ein noch größerer Markt für diese Technik entwickeln. Die Wissenschaftler an diesem „extraterrestrischen” Forschungsinstitut haben schon immer eine gewisse Neigung zur Lösung „terrestrischer” Probleme gezeigt: In der Vergangenheit haben Wissenschaftler der Theoretischen Physik an diesem Institut ein Gerät und eine Methode für die nichtinvasive Frühdiagnose von Melanomen entwickelt. Aktuell unterstützen sie die Etablierung des neuen Gebiets der „Plasmamedizin”, die die Heilungsaussichten für chronische Wunden (z. B. Geschwüre) erheblich verbessern könnte. Diese sehr terrestrischen Entwicklungen am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik zeigen, dass selbst so fundamentale Forschungsthemen wie die Sterne anderer Galaxien technologische Fortschritte von alltäglicher Relevanz fördern können.

Sonnenspektrum mit einer Digitalkamera durch BACHES aufgenommen. Die Fraunhoferlinien, die dunklen senkrechten Striche auf dem Spektrum, sind klar zu erkennen (rechts sind markante Absorptionslinien von Wasserstoff, Natrium und Magnesium zu sehen).

Kontaktpersonen

Dr. Wolfgang Tröger
Patent- und Lizenzmanager
Max-Planck-Innovation GmbH
Marstallstr. 8
80539 München
Tel.: +49-89-290919-27
Fax: +49-89-290919-99

Baader Planetarium GmbH
Zur Sternwarte
82291 Mammendorf
Tel.: +49-8145-8802
Fax: +49-8145-8805
www.baader-planetarium.de

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