Technologietransfer

Technologieangebot: Gesunde Weinreben durch gezielten Wirkstofftransport

Weinreben werden oftmals von Pilzen befallen. Insbesondere der Esca-Pilz verbreitet sich seit 20 Jahren immer stärker in Deutschland. Ungefähr 40% der Weinreben sind vom Befall dieses Pilzes betroffen, der das Holz zersetzt und zum Absterben der Rebstöcke führen kann. Bisher gibt es keine wirksamen Gegenmaßnahmen. Die Weinbauern müssen daher die Pflanzen regelmäßig untersuchen, um den Befall frühzeitig zu erkennen, und schließlich die befallenen Rebstöcke entfernen und verbrennen. Das Max-Planck-Institut für Polymerforschung hat nun in Kooperation mit dem Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF) eine Technologie entwickelt, mit der man den Pilz-Befall durch einen gezielten nanopartikulären Wirkstofftransport behandeln kann.

Bilder des Feldversuchs des MPI für Polymerforschung: Lignin-Partikel werden für den Transport von biologischen Wirkstoffen eingesetzt, die den ESCA Pilz abtöten. Dieser Pilz ist u.a. in den USA, Südamerika und im Mittelmeerraum verbreitet und tötet die befallenen Rebstöcke.

Die zum Patent angemeldete Technologie bedient sich dabei des Biopolymers Lignin. Dieses ist ein natürlicher Bestandteil vieler Pflanzen, das sich in den Zellwänden einlagert und die Verholzung der Zelle bewirkt. Die Wissenschaftler haben Lignin-Partikel im Nano-Maßstab erstellt (300 nm) und ein Fungizid zur Bekämpfung des Esca-Pilzes darin verkapselt. Die Lignin Partikel werden per Spritze in die Weinreben eingebracht und verbreiten sich dort frei. Erst wenn der Pilz die Pflanze befällt und das Holz bzw. Lignin der Pflanze zersetzt, wird das Fungizid freigesetzt. Der Pilz tötet sich auf diese Weise von selbst. Die Forschungsergebnisse des Instituts zeigen, dass die behandelten Rebstöcke den ESCA-Pilz überleben. Darüber hinaus bietet das Verfahren einen weiteren Vorteil: Aufgrund der Größe der Lignin-Partikel ist der Transport in der Pflanze begrenzt. So wurde kein Fungizid in den Trauben nachgewiesen. Max-Planck-Innovation sucht nach einem Lizenznehmer für diese viel versprechende Technologie.

Kontakt
Dr. Lars Cuypers
Patent- und Lizenzmanager
Tel. +49 89 290919-21
E-Mail: cuypers@max-planck-innovation.de

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